Die Geschichte des Taschenmessers!

August 12, 2021

Vom „Toschenveitel“ zum „Multi-Funktions-Tool“

Es wäre nicht Österreich, wenn dieses fast schon in Vergessenheit geratene Utensil des „kleinen Mannes“, nicht schon besungen worden wäre. Es entspricht einer Gepflogenheit der „Österreichischen Seele“, alles, was emotionalisiert, zu besingen und den Wortschatz des Volksmundes aufzunehmen. So widerfährt es auch dem Taschenmesser, was sprachlich zum „Toschnfeitel“ avancierte.

Vielleicht ist es auch historisch dadurch begründet, dass per Erlass von Maria Theresia das Taschenmesser der einzige Gegenstand war, welcher bei einer „Taschenpfändung“ nicht gepfändet werden durfte!

Schon bei Ferdinand Raimunds “Verschwender”, bis hin zum unübertreffbarem Duo Heller/Qualtinger “Wean du bist a Toschnfeitl”, das Taschenmesser stellte einen Aphorismus der Volksseele dar.

Wie alles begann?

Nun, dass wohl berühmteste Taschenmesser ist das „Schweizer Taschenmesser“, welches ca. um 1880 für die Offiziere der Schweizer Armee entwickelt wurde, aber in Deutschland bei der Firma „Wester & Co, in Solingen gefertigt wurde. In der Folge übernahm u.a. 1884 die Firma „Victorinox“ die Fertigung (LINK) in der Schweiz!

Die Aufgabe des Messers war, die für die Soldaten wichtigen und typischen Tätigkeiten zu unterstützen. Mit der Zeit entwickelt sich das Messer zum Multi-Funktions-Tool und gehört seit 1978 zur Standardausrüstung aller Space-Shuttle-Missionen der NASA.

Aber auch berühmte Messermanufakturen, wie Laguiole (LINK) in Frankreich und die zahllosen Hersteller in und um Solingen (Herbertz (LINK), Böker (LINK) etc.) stellen Taschenmesser für jede Gelegenheit her:

  • Anglermesser
  • Rettungsmesser
  • Schiffsmesser
  • Pilzmesser
  • Reitermesser
  • Gärtnermesser
  • Werkzeug für Raucher

Eine fast wissenschaftliche Abhandlung findet man, so Interesse besteht, unter folgendem LINK! Hier werden die verschiedenen Klingenformen, Arretierungen und Öffnungsmöglichkeiten genauestens beschrieben.

Elemente eines „Jagd-Taschenmessers“

Für uns Jäger sind wohl diejenigen Messer, welche die typische Arbeit unserer Zunft unterstützen, interessant.

Eigenschaften, wie:

  • Aufbrechklinge: Klinge, die man fixieren kann
  • Säge (z.B. für das Öffnen des Schlosses)
  • Abhäutklinge
  • Gamsnadel (Ahle mit Öhr): zum Flachseln
  • Gegrösehaken: zum Ausnehmen und eventuell
  • Ergonomische Form

kennzeichnen das „Jagd-Taschenmesser“, welches natürlich auch rostfrei sein sollte!

Für welches Messer man sich auch entscheiden will und wird, die Pflege, wie das Säubern nach dem Gebrauch und das Schärfen, sollten, wie die Gewehrpflege zum Standard des Jägeralltags gehören. Einkaufsmöglichkeiten gibt es genug: Grube (LINK), Blaser (LINK) etc….

Waidmannsheil,

Ihr

Gerhard Amler

P.S.: Save the date: Am 5. September 2021 ist Hubertustag im SV Mistelbach mit Blaser, Mauser, Sauer, Krieghoff und Swarovski (LINK)!

Von |2021-08-12T09:03:00+00:00August 12, 2021|Brauchtum, Featured, Jagd in NÖ|0 Kommentare
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