Produkttests

Vorstellung: Blaser Infinity 4 – 20 x 58

Januar 4, 2019

Es ist immer wieder ein besonderer Moment, so man ein Produkt aus dem Hause Blaser in Händen hält. Dieses Mal ist es das Zielfernrohr der Serie Infinity mit der Vergrößerung 4 – 20 x 58.

Die Lancierung der Zieloptik ist ein weiterer Schritt in Richtung „Komplettausstattung“ für Jäger, „Made in Isny“! Den Ansatz der Gesamtkonzeption ist leicht daran zu erkennen, wenn die Optik, die Montage und das Gewehr aus einem Guss sind.

Dies ist nun der Zeitpunkt, in welchem die Blaser-Sattel-Montage ins Spiel kommt. Mit wenigen Handgriffen ist eine sichere Verbindung zwischen Waffe und Zielfernrohr herstellt. Aber nicht nur die Einfachheit der Handhabung überrascht, sondern auch die Garantie, dass sich trotz mehrfachen Wechselns oder Abnahme des Glases, die Treffpunktlage nicht verändert! Das hat natürlich u.a. den Vorteil, dass man für bestimmte jagdliche Situationen das richtige Glas mit wenigen Hangriffen montieren kann, ohne am „neuen“ Glas „drehen“ zu müssen! Das Jagdportal NÖ hat bereits darüber berichtet (LINK)!

Wenn nun das Glas auf einem R8 Professional Success (LINK) montiert ist, ergibt sich augenblicklich eine harmonischen Einheit in Form und Farbe. Trotz des lichtstarken 58mm Durchmessers, trägt das Glas nicht auf oder hebt sich irritierend ab.

Das Absehen ist wie bei den anderen beiden Zielfernrohren (1-7×28 IC und 2,8-20×50 IC, LINK) in der ersten Bildebene angesiedelt. Dies hat den Vorteil, dass sich beim Wechseln der Vergrößerung die Treffpunktlage nicht verändert. Absehen und Ziel verschmelzen zu einer Einheit, bevor sich die beweglichen Teile des Zoomsystems anpassen.

Mit dem mitgelieferten Manual, welches in einer puristisch, elegante Schachtel, ähnlich wie die bei einem iPhone, erfolgt die Inbetriebnahme des Zielfernrohres mit wenigen Handgriffen.

Das Herzstück ist sicher die auf dem Tubus in der Mitte angebrachte Möglichkeit der „Nullung“ bzw. der Höhenverstellung auf 4cm Hochschuss.

Wie kann ich nun das Zielfernrohr richtig justieren?

Nachdem man sichergestellt hat, dass die Waffe ungeladen ist, widmet man sich dem Turm in der Mitte der Optik:

  • Abschrauben des Deckels
  • Innensechskant (Fähnchen) angesetzt und die zwei Querarretierungen gelockert; dadurch ist eine gleitende Korrektur möglich (man spürt kein Klicks)
  • 100m puntkgenau einschießen (wenn nötig auch mit der Seitenverstellung korrigieren –Turm links) – Übereinstimmung mit „0“ auf der Skala des Turms
  • die beiden Schrauben wieder vorsichtig fixieren
  • Deckel aufsetzen und hineindrücken (damit kann keine unbeabsichtigte Verstellung passieren)
  • Den Deckel kann man auch versenken, wenn man 4cm (4 Klicks, gekennzeichnet mit einem Punkt auf der Skala) gedreht hat (damit hat man – kaliberabhängig – einen Einsatzbereich bis zu 200m)

Sollte man nun schnell auf weitere Distanzen (weiter als 200m) einen Schuss anbringen wollen, so zieht man wieder das Stellrad heraus, wodurch die Skala sichtbar wird. Die von Blaser nennen diese Möglichkeit: Quick Distance Control (QDC)

Man muss wissen, dass 1 Klick, 1 cm auf 100 Meter die Treffpunktlage verändert.

Beispiel:

  • 200m „Fleck“ bei 4 cm Hochschuss auf 100m
  • 300m „Fleck“ bei 11 cm Hochschuss auf 100m
  • Eingeschossen auf 200m „Fleck“
  • Ziel auf 300 Meter:
    • Deckel vom Mittelturm anheben (Skala wird sichtbar)
    • 7 Klicks im Uhrzeigersinn drehen
    • „Fleck“ auf 300m (in der Ebene)

Das heißt aber auch, dass man sowohl die Entfernung, als auch die Ballistik des Kalibers kennen sollte! Den Rest erledigt das Infinity (LINK)!

Zum Thema „Leuchtpunkt“ und Parallaxenausgleich haben sich die Ingenieure von Balser ebenfalls etwas Geniales einfallen lassen, aber das wird im Teil 2 der Reportage beschrieben.

Fazit:

Betreffend der Praktikabilität für die Jagd ist hier sicher ein neuer Maßstab gesetzt worden! Wie sich die technische Voraussetzung in der Jagd umsetzten lässt, wird sich weisen. Die Zeichen stehen aber auf „sehr gut“!

Waidmannsheil,

Ihr

Gerhard Amler

2021-03-13T23:07:03+00:00
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